Tag 31: Castelnaudary nach Toulouse (20.06.2012)

 

Die Abfahrt in Castelnaudary begann mit einer unangenehmen Überraschung. Eine Strebe des Gepäckträgers hat sich an einer Schweißnaht selbstständig gemacht. Erste Abhilfe mit einem Riemen musste sich dann tagsüber zur Gänze bewähren, denn der ortsansässige Fahrradladen konnte nicht weiterhelfen.

Der Tag endete in Toulouse dann doch noch versöhnlich in einem Privatquartier, dass den gehobenen Hotels durchaus Konkurrenz machen könnte. Als wir in Toulouse ankamen und in den ersten Hotels nachfragten, gab es nur negative Antworten. Auch beim Office de Tourisme war Fehlanzeige. Eine so große Stadt wie Toulouse an einem Mittwoch und kein freies Hotelzimmer, auch keins mit 4 oder 5 Sternen! Wir waren schon ziemlich genervt, schließlich ging es auf 19 Uhr zu. Aber wenigstens gab man uns eine Liste mit Privatquartieren, ansonsten keinerlei Unterstützung?!

Über diese Liste und weitere Adressen/Telefonnummern haben wir dann schließlich unsere Unterkunft gefunden. Sehr komfortabel und sehr nette Quartiergeber!! Und da wir uns in diesem Teil der Stadt nicht auskennen, auch noch den guten Tipp für das Abendessen. Wir konnten das Rad stehenlassen, die heutigen 76 km hatten auch so gereicht. Jeden Tag brauchen wir das nicht! Auf Vermittlung sind wir dann morgen wieder in einem anderen Privatquartier. So lernt man intensiv Land und Leute kennen, denn ansonsten wären wir in diese Stadtteile nicht gefahren. Preiswerter sind diese Übernachtungen aber auch nicht. Jedenfalls ist uns die Parkbank erspart geblieben!

Wir wollen uns noch ein wenig in Toulouse umschauen, bevor wir dann am Freitag unseren vorerst letzten Abschnitt in Frankreich angehen: Den weiteren Weg zum Atlantik bis zu spanischen Grenze.

Kurz vor Lauragais gilt es die Wasserscheide des Canals in Naurouze zu bewundern. Von hier aus wird der Kanal mit Wasser für den Weg zum Mittelmeer (Schleuse: Méditerranée) oder für den Weg nach Toulouse (Schleuse: Ocèan) versorgt. Die ganze Anlage ist beeindruckend, insbesondere die großen, alten Platanen, die in Alleen gepflanzt sind, sind eine Augenweide. Früher waren hier große Seen, um das Wasser zwischenzuspeichern. Heute wird das von Pumpen erledigt, so dass die Anlage eher einem Park denn einer Wasserscheide ähnelt. Zu Ehren von Paul Riquet, dem Erbauer des Canal-du-Midi wurde in Naurouze ein Obelisk erbaut, der auf einer nahe gelegenen Anhöhe steht.

Der weitere Weg war zu einem Drittel der bekannte Mix aus allen Qualitäten, der Rest  ab Port Lauragais bis nach Toulouse war asphaltiert.

Aber ab Port Lauragais ändert sich auch der Canal: Er ist offener und heller. Die Zahl der Freizeitkapitäne nimmt deutlich ab. Dagegen nimmt die Zahl der Radfahrer, insbesondere der Rennradfahrer, deutlich zu.

In Port Lauragais gibt es ein Canal-Informationszentrum, dass man sowohl vom Canal als auch von der Autobahnraststätte aufsuchen kann. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Das Wetter hat sich den ganzen Tag überraschenderweise von Anfang an als hochsommerlich mit ebensolchen Temperaturen (30 Grad) gezeigt.

 

Bilder des Tages

 

Info-Internet

Wikipedia (Toulouse)

Toulouse Tourismus

Frankreich-Tourismus (Toulouse)